Der Rheinufertunnel wird Bauwerk des Jahrhunderts

Anlässlich der Feier zum 125-jährigen Bestehen des AIV Düsseldorf wurde der Rheinufertunnel durch die Mitglieder des Architekten- und Ingenieurvereins gewählt. Dieses einmalige Verkehrsbauwerk setzte sich in einer anonymen Wahl deutlich unter den 10 nominierten Großprojekten ab.

Es glücklicher Zufall, dass dieser Rheinufertunnel gleichzeitig am 15. Dezember sein 25-jähriges Bestehen feiert und die Auszeichnung des AIV nun in den Blickwinkel der Öffentlichkeit gerät.

„Es gibt in Düsseldorf kein vergleichbares Bauwerk, das den innerstädtischen Verkehr, damit auch die Aufenthaltsqualität zwischen Innenstadt und Rheinufer, in diesem Maße positiv beeinflusst hat wie der Rheinufertunnel. Es ist heute kaum noch vorstellbar, dass noch vor knapp 25 Jahren die heutige Rheinpromenade eine stark frequentierte Straße gewesen ist“, so die Jury unter Vorsitz des 1. Vorsitzenden des AIV Düsseldorf, Dieter Schmoll.

Kaum ein zweites Vorhaben in der Stadtgeschichte hat Düsseldorf aus stadtplanerischer Sicht derart verändert und nach vorne gebracht wie die Tieferlegung der Rheinuferstraße. Die Trennung zwischen Stadt und Strom wurde überwunden und Düsseldorf rückte 1993 wieder an den Rhein. Über Jahrzehnte hat die stark befahrene Bundesstraße 1 wie ein nur schwer zu überwindender Riegel zwischen Fluss und Stadt für eine Zäsur gesorgt.

Oberbürgermeister Thomas Geisel hatte zum 25-jährigen Jubiläum ins Rathaus eingeladen. „Mit dem Bau des Tunnels hat Düsseldorfer Politik in den 80er und 90er Jahren eine weitsichtige Entscheidung getroffen“, lobt OB Geisel. „Der Tunnel steht auch heute noch für kreative und mutige Lösungen, die wir in unserer wachsenden Stadt brauchen. Die Rheinuferpromenade hat den Flaneur an den Rhein zurückgebracht und damit wesentlich zum modernen Lebensgefühl beigetragen. Das ist uns eine Verpflichtung für die weitere städtebauliche Entwicklung unserer Stadt, die wir uns für die kommenden Jahre vorgenommen haben.“

Bei der Jubiläumsfeier zeichnet der Düsseldorfer Architekten- und Ingenieurverein die Stadt für das Bauwerk des Jahrhunderts aus.

Am 15. Dezember 1993 war die Röhre für den Verkehr freigegeben worden. Seitdem rollen täglich 55.000 Fahrzeuge durch den knapp 2.000 m langen Tunnel, dessen Bau in gut dreieinhalb Jahren abgeschlossen werden konnte. Mit diesem größten, in der Landeshauptstadt jemals in Angriff genommenen Vorhaben zur Verkehrsberuhigung, erlangte Düsseldorf eine neue Attraktivität.

Zahlen und Fakten:

Baubeginn:                                         15. März 1990
Fertigstellung:                                   15. Dezember 1993
Kosten:                                               550 Mio. DM
Zuschüsse:                                         80%
Tunnellänge:                                       1.928 m
Unterführung Gladbacher Straße:      300 m
Breite je Röhre:                                  9,70 m – mit je zwei Fahrbahnen zu je 3,00 m und einer Standspur mit 2,00 m