Baustellenbesichtigung Wehrhahnlinie

Eiszeit im U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee

Am 14.10.2013 machten sich 40 AIV-Mitglieder auf den Weg, eine der interessantesten Baustellen der Landeshauptstadt zu besichtigen: Den
aktuell entstehenden U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee, eingebettet in die zur Zeit im Bau befindliche Wehrhahn-Linie, die das bestehende U-Bahnnetz der Landeshauptstadt Düsseldorf erweitert und in diesem speziellen Fall als Unterfahrung des Kaufhof-Gebäudes ein technisch herausragendes Teilstück darstellt.

Im Schutze einer Vereisung werden bergmännisch Stollen vorgetrieben, in welche abschnittsweise die Tunnelblöcke eingebaut werden. Dies erfolgt von einem Startschacht östlich des Kaufhofes. Ziel der Vortriebe ist eine Baugrube im Einmündungsbereich der Theodor-Körner-Straße in die Heinrich-Heine-Allee. Beide Baugruben zeichnen sich durch den Einsatz nahezu aller Spezialtiefbauverfahren aus. Der Ausbruchsquerschnitt unterhalb des Kaufhofs beträgt bis zu 300 m², der Eiskörper ist mindestens 2,5 m dick. Für den Einbau der Vereisungsrohre zum Aufgefrieren des Vereisungskörpers waren fast 7 km Bohrungen erforderlich.

Momentan ist der Mittelstollen aufgefahren. Der Tunnelausbau hier wird bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Dann folgen die beiden
Seitenstollenvortriebe.

Die Inbetriebnahme der gesamten Strecke – hier entstehen auf einer Länge von 3,4 km sechs unterirdische Bahnhöfe; 2,3 km der Tunnelstrecke werden mit einer Schildvortriebsmaschine aufgefahren – ist für 2015 vorgesehen.

Bei den Besuchern blieb nach einem 75-minütigen Vortrag sowie der anschließenden Baustellenbesichtigung 30 m unter dem Kaufhof tiefer Respekt für die Leistung der Beteiligten und die Dimension des Bauwerkes.

Dr.-Ing. Erdmann (und mit vereinzelten Ergänzungen A. Dahms)