AIV-Düsseldorf Förderpreise 2013

Erstmals wurde der AIV-Förderpreis verliehen – gleich dreifach:
Ein Umspannwerk, ein Boardinghouse auf dem Pier und eine Hotelanlage in niederrheinischer Hanglandschaft

„Um den Nachwuchs in unseren Berufen muss uns nicht bange sein!“ Das war das erste positive Fazit des AIV-Vorstands, nachdem er die diesjährigen Bachelor-Arbeiten der Peter Behrens School ofArchitecture bei einem Rundgang begutachtet hatte. 82 Arbeiten waren auf dem Prüfstand: Erstmals wurde der AIV-Förderpreis an die Studenten der Architektur und Innenarchitektur verliehen. Insgesamt hat der Verein 5000 Euro gestiftet – und will dies alljährlich wiederholen.

Bei der Premiere des Förderpreises bewertete der Vorstand des AIV drei durchaus unterschiedliche Arbeiten als förderwürdig. Die Preissumme wird aufgeteilt.

Erster Preis: Ein Trafohaus wird zur Küche umgewandelt

Den ersten Förderpreis (3000 Euro) sprachen die Juroren mehrheitlich einem praxisnahen Projekt zu: Christian Hörmann hat für seine Bachelor-Arbeit an der Düsseldorfer Fachhochschule ein gänzlich neues Nutzungskonzept für das Umspannwerk an der Rethelstraße im Düsseldorfer Zooviertel entwickelt. Die Anlage – im Besitz der Stadtwerke Düsseldorf – wurde mittlerweile durch ein neues Umspannwerk an anderer Stelle ersetzt und stillgelegt; neue Nutzungsmöglichkeiten werden also gesucht.

Christian Hörmann schlägt in seiner Arbeit eine rundum küchenaffine Mischnutzung vor. Im ehemaligen Trafogebäude bringt der Förderpreisträger eine Küche (auch für Showzwecke nutzbar) unter, dazu einen Cookshop für hochwertiges Küchenzubehör und im ersten Stock ein Architektur-/Planungsbüro. Im Nachbargebäude, dem ehemaligen Umspannwerk, sind eine Kochschule und Showrooms für Küchengerätehersteller vorgesehen.

Der AIV-Vorstand als Jury war insbesondere beeindruckt von der hervorragenden Durcharbeitung des Konzepts. Das reicht vom ausgeklügelten Raumprogramm über Möblierung und Materialauswahl bis hin zur Farbgebung. AIV-Vorsitzender Dieter Schmoll: „Die Arbeit von Christian Hörmann geht sehr in die Tiefe und beleuchtet alle Facetten. Das hat uns überzeugt – weil der AIV ja schließlich auch für sich in Anspruch nimmt, die Aspekte des Planens und Bauens Disziplinen übergreifend zusammenzuführen.“ Der Preisträger selbst legt ebenfalls Wert darauf, eine architektonisch-innenarchitektonische Bearbeitung vorgenommen zu haben – „und eben nicht nur eins von beidem“.

Ein zweiter AIV-Förderpreis (jeweils 1000 Euro) wurde den Bachelor-Arbeiten von Judith Kimmeyer und Maximilian Speen zuerkannt.

Judith Kimmeyers Aufgabe war es, neue Funktionen für ein stillgelegtes Pier auf Helgoland zu entwickeln. Ihr Konzept, ein Seglerhotel in einem lang gestreckten Baukörper direkt am Wasser zu platzieren, überzeugte die AIV-Juroren wegen der spartanischen Einfachheit des Gebäudes. Dieter Schmoll: „Ein archaisches, beinahe mystisches Bauwerk, das in seiner bewussten Einfachheit einen Eindruck vom spartanischen Leben auf hoher See vermittelt.“
Maximilian Spee wiederum hatte die städtebauliche Aufgabe zu meistern, eine neue Hotelanlage für den Abteiberg in Mönchengladbach zu konzipieren. Die AIV-Jury hob den sensiblen Umgang mit der Umgebung, gebauter Umwelt und freier Landschaft, hervor: „Eine gefühlvolle Integration des zweigeteilten Baukörpers in eine niederrheinische Hanglage.“

Dieter Schmoll: „Wir konnten beim Rundgang ein durchgängig hohes Niveau der Arbeiten feststellen. Und wir hoffen, durch den AIV-Förderpreis dazu beizutragen, dieses Niveau auf längere Sicht noch zu steigern.“