Bauwerk des Jahres 2010

  • Maxhaus-Klosterhof-kl

    Oliver Look
  • Siza Pavillon

    Thomas Riehle
  • Bauwerk des Jahres 2010

    Preisverleihung
  • Bauwerk des Jahres 2010

    Preisverleihung

2008 wurde das GAP 15, das markante Bürogebäude in der Düsseldorf City, als Bauwerk des Jahres ausgezeichnet. 2009 verlieh der AIV der Tonhalle, dem ganzheitlich sanierten Konzerthaus am Rheinufer, den Titel. In diesem Jahr werden erstmals gleichberechtigt zwei „Bauwerke des Jahres“ gekürt:

Das Maxhaus

Dialog von Alt und Neu schafft eine zeitübergreifende Klammer

Das Maxhaus in der Düsseldorfer Altstadt, das Mitte des letzten Jahrzehnts durch einen erneuten Umbau seine neue Funktion als katholisches Stadthaus für Düsseldorf gefunden hat, ist eines der beiden Bauwerke des Jahres 2010.

Ursprünglich Bestandteil eines Franziskanerklosters, das 1661 fertig gestellt worden war, hat das Gebäude an der Schulstraße eine wechselvolle Geschichte erlebt. Pfarr- und Schuleinrichtungen waren hier seit dem 19. Jahrhundert untergebracht (Heinrich Heine besuchte sieben Jahre lang das Lyzeum an der Schulstraße), nachdem die Franziskaner das Kloster 1804 aufgeben mussten. In den 60-er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde das ehemalige Kloster in ein Wohn- und Bürogebäude umgewandelt. Die damalige Umnutzung wurde schließlich – mit wenigen Eingriffen in die Substanz – durch erneuten Umbau weitgehend zurückgenommen. Heute ist das Maxhaus ein Begegnungs- und Veranstaltungszentrum der Katholischen Kirche in der Landeshauptstadt.

Raketenstation Hombroich

Architekturlabor, ein ständiger Prozess und eine sich fortentwickelnde Idee

Die Raketenstation Hombroich diente bis vor 23 Jahren tatsächlich dem Zweck, den ihr Name signalisiert. Seit Schließung des Nato-Stützpunkts (1990) ist hier, im Kontext der Museum Insel Hombroich, ein einzigartiger Ort für Kunst, Kultur und Wissenschaft entstanden, an dessen ständigem Werden sich namhafte Architekten aus aller Welt beteiligen. Die Raketenstation, in Neuss-Holzheim gelegen, ist eines der beiden Bauwerke des Jahres 2010.

1994 hatte Karl-Heinrich Müller (1936 – 2007), Stifter, Kunstsammler, Mäzen und Gründer der Museum Insel Hombroich, das Gelände erworben und in Zusammenarbeit mit Künstlern, Architekten und Landschafts-architekten einen Prozess in Gang gesetzt, der noch längst kein Ende gefunden hat.

Hallen und Hangars, Erdwälle und der Beobachtungsturm wurden seit 1994 umgestaltet und durch eine Vielfalt von Kunstwerken und neuen Bauten ergänzt. Gebäude, die ehemals militärisch genutzt wurden, verwandelten sich in Werkstätten und Ateliers; Ausstellungs- und Veranstaltungsgebäude, begehbare Skulpturen, Studios und Labors bieten heute auf der 13 ha großen Fläche die Arbeits- und Lebensumgebung für Künstler, Dichter, Komponisten und Wissenschaftler. Als beispielhaft für dieses sich ständig weiter entwickelnde gilt das „Architekturlabor“ gilt das Ausstellungs- und Archivgebäude des portugiesischen Architekten Álvaro Siza, das im März 2010 eröffnet wurde. Der Siza-Pavillon wurde – angelehnt an die Architektur der Museumsinsel Hombroich – aus alten Ziegeln gemauert. Decken, Boden und Fensterrahmungen sind aus Eichenholz.

Den AIV Düsseldorf beeindruckt vor allem das lebendige Zusammenspiel von Natur, Architektur, Bildhauerei und Bildender Kunst, das sich seit dem Start der Neu- und Umgestaltung in steter Entwicklung befindet. Immer wieder entstehen neue Objekte, neue unterschiedliche Funktionen. In Hombroich findet dergestalt zukunftsweisende Architekturforschung auf höchstem Niveau statt.

Das Siza-Gebäude wird dabei als herausragendes Erkennungszeichen stellvertretend für das Gesamtprojekt ausgezeichnet. Bescheiden und zugleich ausdrucksstark, ohne bewusst erzeugte Dominanz, aber prägend in seiner Umgebung. Prof. Thomas Fürst: „Das ist Architektur von internationaler Qualität in einer spannenden Umgebung. Wir zeichnen hier nicht nur ein Bauwerk, sondern einen andauernden Prozess und eine Idee aus!“